Aufruf
Honduras:
Für
eine sofortige Rückkehr zu Verfassungsmäßigkeit und sozialer
Gerechtigkeit
Angesichts
der aktuellen institutionellen Krise in Honduras rufen wir das Europäische
Parlament und die Bundesregierung dazu auf, aktiv für eine
friedliche Lösung und für die Rückkehr zu demokratischen Verhältnissen
im Land beizutragen. Hierfür erachten wir folgende Aspekte als
erforderlich:
Der
Putsch in Honduras muss verurteilt werden und die sofortige Rückkehr
des gewählten Präsidenten Manuel Zelaya Rosales sowie der
weiteren Mitglieder seiner Regierung gefordert werden. Ferner müssen
die Menschenrechte ohne Einschränkung gewährleistet werden
sowie die verfassungsmäßige Ordnung wiederhergestellt werden,
wie dies der Generalsekretär der UNO forderte.
Die
Regierung von Roberto Micheletti Bain darf nicht anerkannt
werden, da Präsident Manuel Zelaya Rosales nicht von seinem Amt
zurückgetreten ist, in welches ihn das honduranische Volk in
freien und geheimen Wahlen gewählt hat. Überdies war der
Ausweisung aus dem Land eine Entführung seitens der Armee
vorangegangen.
Alle
Personen, die aufgrund des Putsches festgenommen worden sind,
sind unmittelbar aus der Haft zu entlassen und die
demokratischen Grund- und Freiheitsrechte sind sofort wieder in
Kraft zu setzen, einschließlich des Rechts auf freie Meinungsäußerung
und die Bewegungs- und Koalitionsfreiheit.
Es
sind alle in den Konflikt involvierten politischen Sektoren
aufgerufen, die demokratische Verfassungsmäßigkeit und die
gegenseitige Achtung der drei Staatsgewalten gemäß der
honduranischen Verfassung anzuerkennen und einen Dialog zu
initiieren, damit eine abgestimmte Strategie ausgearbeitet
werden kann, die möglichst bald freie und demokratische Wahlen
garantiert und ein Vorgehen für ein eventuelles Referendum über
eine verfassungsgebende Versammlung nach dem Amtsantritt einer
neuen Regierung definiert
Es
sollen die Menschenrechtsverteidiger entsprechend der
Richtlinien der Europäischen Union geschützt werden.
Handlungen der Unterdrückung und der Gewalt gegen RepräsentantInnen?
der sozialen und der Menschenrechtsbewegung soll vorgebeugt
werden.
Es
sollen Prozesse der Konfliktlösung im Rahmen der auf dem
Kontinent existierenden Instanzen der OAS und von SICA unterstützt
werden.
Die
bi-regionalen Verhandlungen der Europäischen Union mit
Mittelamerika über das Assoziierungsabkommen sollen eingestellt
werden, bis die demokratische Normalität in Honduras
wiederhergestellt ist. Die Demokratie-Klausel soll auf Honduras
angewendet werden. Die entwicklungspolitische Zusammenarbeit und
die Handelsbeziehungen sollen konditioniert bleiben, bis die
Rechtsstaatlichkeit und die demokratische Institutionalität
wiederhergestellt sind.
Die
entwicklungspolitische europäische Zusammenarbeit soll auf Maßnahmen
beschränkt bleiben, die direkt den Zielgruppen und der ärmsten
Bevölkerung zugute kommen.
3. Juli 2009
Unterzeichnende
Organisationen:
SÜDWIND,
Institut, Deutschland
CIR,
Christliche Initiative Romero, Deutschland
INKOTA,
Deutschland
ILA,
Deutschland
Medico
internacional, Deutschland
Terre
des hommes, Deutschland
Ökumenische
Initiative Mittelamerika e.V, Deutschland
Guatemala-Netzes
Zürich, Schweiz
CAREA
e.V., Coordinación de Acompanamiento internacional en Guatemala,
Deutschland
Informationsbüro
Nicaragua, Deutschland. 3. Juli 2009
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