Notizen

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Weltwärts mit dem Welthaus Bielefeld!

Das Welthaus Bielefeld entsendet nun schon zum fünften Mal junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren mit dem Weltwärts-Programm nach Peru, Nicaragua, Mexiko, Mosambique und Südafrika. Viele Projekte befinden sich in den Bereichen der ländlichen Entwicklung, Menschenrechte, Ökologie und Bildung. Alle sind bei lokalen Organisationen und NRO angesiedelt. Die Bewerbungsphase läuft noch bis zum 31. Dezember 2011. Über engagierte Bewerbungen freut sich das Welthaus Bielefeld.

Alle weiteren Informationen, sowie Stellenbeschreibungen unter: www.welthaus.de/weltwaerts. Nachfragen an: freiwilligendienst@welthaus.de

 Gegengipfel in Chile 2012

Vom 4.-6. November traf sich in Brüssel das Netzwerk enlazando alternativas (EA – Alternativen vernetzen). EA ist ein bi-kontinentaler Zusammenschluss von sozialen Bewegungen aus der EU, Lateinamerika und der Karibik. In Brüssel wurden weitere gemeinsame Kampagnen gegen die Machenschaften europäischer Konzerne in Lateinamerika beschlossen. Den Höhepunkt soll der Alternative Gipfel Mitte nächsten Jahres in Chile parallel zum Treffen der Staatschefs Lateinamerikas und Europas bilden.

Das Netzwerk EA hat mit solchen Aktivitäten große Erfahrung. Bei bereits 3 Alternativen Gipfeltreffen (2006 Wien, 2008 Lima und 2010 Madrid) und gleichzeitigen „Tribunalen der Völker“ hat sich das Netz das Know-how erarbeitet und sich als stabile Organisation erwiesen. Landraub, Plünderung von Ressourcen, Umweltzerstörung, Vertreibungen der indigenen Bevölkerung und Verletzung der Menschenrechte in Lateinamerika durch die EU-Konzerne wurden vor diesen Tribunalen angeklagt und durch das internationale Gericht verurteilt . Auch wenn es sich nur um moralische Verurteilungen handelt, haben sie doch wegen des weltweiten Ansehens der Richter und durch die breite internationale Öffentlichkeit bei den Gipfeltreffen große Bedeutung erlangt. Die Anklagen wurden in allen Fällen von den direkt betroffenen Fischern, Bauern und Indigenen in dokumentierter Form vorgetragen.

Zur Vorbereitung des Gegengipfels 2012 in Chile sucht EA weitere Gruppen, die sich dem Netzwerk anschließen und/oder den Gegengipfel unterstützen möchten. EA besteht derzeit vor allem aus französischen, spanischen, italienischen, schwedischen und niederländischen Organisationen. In Lateinamerika sind die kontinentalen Netze wie Alianza Continental, CAOI (Dachverband der indigenen Organisationen der Andenländer) und viele andere Organisationen beteiligt. In Deutschland unterstützt das Eine Welt Haus in München EA und bietet Infomaterial und eine Dokumentation der Tribunale in englischer und spanischer Sprache an. Beides ist zu beziehen über Ruth Thon.

Email: thon.ruth@web.de  Weitere Infos:  www.enlazandoalternativas.org

ila im Visier des rechten Terrors

Am 14. November bekam die ila Besuch von der Kriminalpolizei. Ein Kripobeamter händigte uns einen Brief der neuen Bonner Polizeipräsidentin aus, in dem uns mitgeteilt wird, dass unsere Anschrift in einer Adressensammlung in der Wohnung der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ in Thüringen gefunden worden ist. Im Brief der Bonner Polizeipräsidentin an die ila heißt es dazu: „Im Zuge der Ermittlungen wurden auch umfangreiche Daten von Personen und Institutionen aufgefunden. Darunter befinden sich auch Daten von Ihrer Institution. Zu welchem Zweck die Daten dienten, ist noch nicht geklärt.“ Offensichtlich haben die Nazis Daten über Tausende von Initiativen, Gruppen und Parteien in Deutschland gesammelt.

Wir hoffen, dass nach den jüngsten Enthüllungen über die Nazi-Morde an MitbürgerInnen türkischer und griechischer Abstammung endlich Schluss ist mit der Verharmlosung des rechten Terrors durch Politik und Sicherheitsbehörden und der Zusammenarbeit der Verfassungsschutzbehörden mit führenden Nazis. AntifaschistInnen und deren Arbeit dürfen nicht länger diffamiert und kriminalisiert werden!

Neuer Dokumentarfilm Occupy Bankfurt

Im November hat der Frankfurter Filmemacher Martin Keßler zwei Teile seines neuen Dokumentarfilmprojektes über die Occupy-Bewegung ins Netz gestellt. Im Mittelpunkt des ersten Teils von Occupy Bankfurt (http://www.youtube.com/watch?v=g0Old_7JLGs) steht der Beginn der deutschen Occupy-Bewegung mit dem Camp an der Europäischen Zentralbank sowie die Großdemonstration in Frankfurt/M. gegen Bankenmacht und für reale Demokratie am 15. Oktober 2011. Dieser weltweite Aktionstag wurde von den spanischen Indignados – den Empörten – ausgerufen und von der occupy wallstreet-Bewegung in den USA aufgegriffen und verstärkt.
Der zweite Teils von Occupy Bankfurt (http://www.youtube.com/watch?v=e5PiVIGbTco und www.neuewut.de) zeigt die Umzingelung des Frankfurter Bankenviertels durch mehr als 10 000 Menschen am 12. November. Es kommen u. a. Vertreter von attac, dem DGB und occupy zu Wort sowie der Kabarettist Georg Schramm und Prof. Dr. Hans See von Business Crime Control.

Mit Occupy Bankfurt setzt Keßler die filmische Dokumentation sozialer Proteste in Europa gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf die Bevölkerung fort. Vor einem Monat ist im Rahmen der filmischen Langzeitbeobachtung „Krisen-Splitter zur Weltwirtschafts- und -finanzkrise bereits der Film „Marsch nach Brüssel“ (Teil 1 u. 2, siehe www.neuewut.de) über den Marsch der Indignados erschienen. In dieser Reihe wurde auch über die Vorläufer der gegenwärtigen Proteste berichtet: Die Demonstrationen „Wir zahlen nicht für Eure Krise“ (2009 / 2010) und den Versuch einer Bankenblockade in Frankfurt a.M. im Oktober 2010 (siehe dazu die „Krisen – Splitter“ 1-6 unter www.neuewut.de und www.youtube.de (mkfilmproduktion).

Keßler und seine MitarbeiterInnen werden die aktuellen sozialen Proteste gegen die Wirtschafts- und Finanzkrise  in Frankfurt a. M., Deutschland und Europa weiter filmisch begeiten. Dafür bitten sie um Unterstützung (Spendenbutton unter www.neuewut.de). Das Projekt wird bisher von der „Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt“ und der „Rosa-Luxemburg-Stiftung“ unterstützt.

Internationales Archiv zu Arbeiterkontrolle
www.workerscontrol.net

Wir freuen uns, eine neue Webseite zu Arbeiterkontrolle in allen Formen anzukündigen, die seit dem 3. November online ist. Workerscontrol.net ist eine virtuelle offene Bibliothek (bisher auf Deutsch, Englisch und Spanisch, mit unterschiedlichen Artikeln in den verschiedenen Sprachen), auf der Dokumente und Aufsätze über Arbeiterkontrolle und Arbeiterselbstverwaltung in Vergangenheit und Gegenwart gesammelt werden.

Die Tatsache, dass ArbeiterInnen in verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten immer wieder spontan die Kontrolle über Produktion und Arbeitsumgebung übernommen haben, hat eine theoretische und politische Relevanz, die weit über die Sphäre von Arbeitsplatz und Produktion hinausreicht. Sie verweist vielmehr auf eine alternative Art der Organisation von Gesellschaft insgesamt. Indem Arbeiterinnen und Arbeiter die Idee des Privateigentums verneinten und eigenständig Kontrolle über ihre Arbeit übernahmen, stellten sie die gesamte Struktur kapitalistischer Produktionsbeziehungen auf den Kopf. Sie öffneten dabei, wenn auch meist nur für kurze Zeit, Räume für eine Neuerfindung der Produktion unter eigener Kontrolle.

Es ist dieser an sich emanzipatorische Charakter der Arbeiterkontrolle, der Dokumentationen und Analysen zu den dabei gemachten Erfahrungen ihre Bedeutung verleiht. Ihre Kenntnis und Verbreitung ist nicht nur aus theoretischer, sondern auch aus politischer Perspektive wichtig.

Wenn wir daher das Sammeln und Verbreiten von Texten zum Thema Arbeiterkontrolle zum Zweck dieser Seite machen, wollen wir damit anregen, diese Praktiken der Selbstverwaltung in den Mittelpunkt politischer und gewerkschaftlicher Praxis zu stellen. Die Sicht auf historische Alternativen und Praktiken soll ein Beitrag zur Gegenhegemonie sein in einer Gesellschaft, die nach wie vor vom Dogma der Alternativlosigkeit kapitalistischer Verhältnisse durchdrungen ist.

Diese Seite hängt von der aktiven Beteiligung der Nutzerinnen und Nutzer ab. Wenn Sie Texte haben, die unsere Sammlung bereichern könnten, senden Sie uns diese einfach – wir freuen uns über jeden Vorschlag. Wenn Interesse besteht, die Verantwortung für eine bestimmte Kategorie und/oder Sprache zu übernehmen oder eine neue Sprachseite einzurichten, die bisher noch nicht existiert, bitte ebenfalls melden.

Kontakt über: www.workercontrol.net