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Mitte April 2005 meldeten bundesdeutsche Medien, Salvador Allende sei Antisemit und Rassist gewesen. Ungeprüft bezogen sie sich dabei auf ein im März in Chile erschienenes Buch des in Berlin lebenden chilenischen Philosophen und Literaturwissenschaftlers Victor Farías, der die Doktorarbeit Allendes ausgewertet und darin rassistische und antisemitische Argumentationen entdeckt habe. Mit Ausnahme der „jungen Welt“ hat sich keine Tageszeitung die Mühe gemacht, Farías Behauptungen nachzuprüfen. Deutsche Medien hätten sich ja schlau machen oder freie KollegInnen in Südamerika beauftragen können, zu recherchieren, was an Farías' Story dran ist. Aber wen interessiert das? An die Stelle journalistischer Recherche und politischer Auseinandersetzung um Inhalte tritt zunehmend Skandalisierung. Auch manche Linke beteiligen sich an diesen Albernheiten. Allende ein Antisemit? Als Reaktion auf die Reichspogromnacht sandten chilenische Parlamentsabgeordnete – darunter Salvador Allende – am 26. November 1938 ein Protesttelegramm an Adolf Hitler. Faksimile (pdf-Datei) Gefahr für Chile Unter www.elclarin.cl/hemeroteca.html
findet sich die komplette Dissertation Salvador Allendes Erklärung
der Freundschaftsgesellschaft Salvador Allende e.V.
(rtf-Datei) Siehe auch »Mißbrauch
des Namens der Freien Universität« (junge Welt, 28.05) Der
Renegat (junge
Welt, 28.05) Verdrehte
Anwürfe (taz,
01.06) Antisemitismus-Vorwürfe
gegen Allende sind nicht belegt
(Berliner Zeitung, 04.06) |