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Buchbesprechungen

Alle besprochenen Bücher  Zwei neue Bücher über Schwarze in Deutschland  Neue Bücher aus Kolumbien 

Kostbarer Flickenteppich 
ExilBilder – ein Buch über lateinamerikanische
 KünstlerInnen in Europa und Nordamerika
 von Laura Held

Es ist wirklich erstaunlich, was alles zwischen zwei Buchdeckel unter dem Thema lateinamerikanische ExilBilder passt: Kurzgeschichten von lateinamerikanischen SchriftstellerInnen, zum Teil erstmals übersetzt, Reflexionen von SchriftstellerInnen über ihr Exil, literaturkritische Analysen von WissenschaftlerInnen, Texte von und über bildende KünstlerInnen im Exil. Die Bandbreite reicht von zweiseitigen Interviews bis zu 20seitigen Essays, von höchst poetischer, quasi kondensierter Sprache bis hin zu ausführlichen Lebensbeschreibungen, von Gesprächen, Briefen, Fotos bis hin zu kompliziert gedrechselten Sätzen, die vor Fremdwörtern strotzen – letztere übrigens ausnahmslos von der wissenschaftlich-analytischen Seite und nur im Einleitungsteil.

Ein Gobelin, wie Mitherausgeberin Ana Maria Bieritz es nennt, ein bunter Teppich, das Angebot an die LeserInnen, sich zu bedienen, herauszuzupfen, gegenzulesen, selbst zusammenzustellen – und von daher äußerst gelungen. Das lateinamerikanische Kulturschaffen im europäischen Exil (das nordamerikanische, wie im Untertitel erwähnt, taucht eher am Rande auf) ist nach einem kurzen Interesse in den siebziger und achtziger Jahren hierzulande eher am Rande wahrgenommen worden. Exilliteratur, das ist im deutschen Sprachgebrauch vor allem die Literatur der von den Nazis vertriebenen SchriftstellerInnen. Wie groß die Bandbreite an schriftlicher und künstlerischer Auseinandersetzung mit Exil, Vertreibung, Entwurzelung, Heimatlosigkeit und Verortung von lateinamerikanischer Seite in und mit Deutschland und Europa ist – und wie erhellend und treffend und vergnüglich zu lesen das ist und wie viel das mit uns selbst zu tun hat, das alles wird in diesem Buch ans Licht gebracht. Wie gesagt, das Ganze ist ein Sammelsurium, eine Kunst- und Wunderkammer, wo man vielleicht ein Talmistück weglegt, eine Muschel ans Ohr drückt, um das Meer rauschen zu hören, und den verschlungenen Pfaden eines Labyrinthes folgt, um hinterher am Ausgangspunkt erstaunt einen alten Bekannten zu erblicken.

Auch die innere Aufteilung des Teppichs ist manchmal labyrinthisch: der erste Teil „Deutschland als literarischer Raum des Exils“ könnte auch mit BRD-DDR-Chile in den siebziger und achtziger Jahren überschrieben werden und enthält wunderschöne Geschichten und Interpretationen dazu, die nach weiterer Beschäftigung mit dem Thema drängen. Der zweite Teil ist den bildenden KünstlerInnen gewidmet: dem Fotografen Luis Cruz, der Aktionskünstlerin Cecilia Boisier und dem Graphiker Santos Chávez. Die meisten besprochenen Werke werden abgebildet, dennoch ist es eine literarisch-lebensgeschichtliche Auseinandersetzung mit den KünstlerInnen. Der dritte Teil, „Topographie des literarischen Exils“, scheint eher eine geographische Ausdehnung als eine inhaltliche Zusammenfassung zu meinen: Pablo Nerudas Exil in Mexico und Spanien, Ernesto Krochs Lebenswanderung zwischen Uruguay und Deutschland und die cubanische Exilliteratur in den USA werden hier zusammen mit einer Reflexion von Hernán Valdés über den Standort der in den siebziger Jahren im Ausland glorifizierten chilenischen Exilierten im Heute zusammengefasst. Warum, wissen die HerausgeberInnen. 

Auch die Überschrift des vierten Teiles „Kulturelle Schaffensbedingungen im Exil“ ist nicht ganz schlüssig, denn dieses Thema zieht sich natürlich durch das ganze Buch. Aber hier finden sich zwei längere Artikel der ila-AutorInnen Erick Arellana und Julio Mendívil, die – beide zugleich künstlerische Ver(w)ortungen und politische „Reise“beschreibungen – mitten hinein in die Frage nach lateinamerikanischem Exil heute dringen. Denn sowohl Kolumbien als auch Peru bringen politisch Verfolgte hervor, aber keinen politischen Gegenentwurf, den die hiesige Linke bejubeln könnte. Identitätsprobleme, die Frage nach „unseren Kulturen“, der Verlust eindeutiger Zuordnungen und die Auflösung aller Sicherheiten haben Exilierte auch in der Vergangenheit begleitet, sind aber hier vorherrschend geworden. Oder – wie es Julio Mendívil als kleine Provokation aufwirft – das Konzept Exil wäre ohne den Gesamtdiskurs nationaler Identitäten (und das hurrapatriotische Geschrei der Nationalstaaten) nicht denkbar. Geht man diesen Gedanken weiter nach, so trifft die Frage des Exils, der Verortung und der Entwurzelung uns alle. 

Der letzte Teil heißt „Sprachbilder/ Sprachwelten des Exils“, und hier sind alle Beiträge von Frauen zusammengefasst. Ob der Kehraus gewollt war oder nicht, so ergibt diese Zusammenstellung höchst interessante Gegenüberstellungen. Obwohl die vorgestellten Schriftstellerinnen Cristina Peri Rossi, Cristina Sicar, Ana Vásquez Bronfman von ihrer Biographie her in die Phase der lateinamerikanischen Diktaturen und ihrer Exilierten passen und sich ihre Werke auch mit dieser Exilerfahrung befassen, so führt die Lektüre ihrer Romane in eine Welt, in der die eigene zu einer fremden wird. Die Ablehnung, sich durch nationale Zuordnungen festlegen zu lassen oder sich diesen sogar radikal zu widersetzen (Julio Mendívil), führt in der Genderperspektive der Interpretin Susanne Dölle dazu, das angebliche Paradies, aus dem die Exilierten vertrieben wurden, als Traumbild zu erkennen, das in Wirklichkeit ein Schlachtfeld der Machtkämpfe zwischen Mann und Frau, von Mensch(en) gegen Mensch(en) war und ist und überall ist. Lateinamerikanisches Exil in Europa – die Erfahrungen von Brüchen und Veränderungen, Herausforderungen und Horizonterweiterungen durch das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft – wird zur Metapher für die Lebensbedingungen der Gegenwart.

Sebastian Thies, Susanne Dölle, Ana Maria Bieritz (Hrsg.): ExilBilder : lateinamerikanische Schriftsteller und Künstler in Europa und Nordamerika. Berlin: edition tranvia 2005. ISBN 3-925867-86-4, 280 Seiten, 22,- Euro

Die Erfahrung von Verfolgung
 und Diskriminierung
Zwei neue Bücher über Schwarze in Deutschland
 von Gert Eisenbürger

Schon die äußere Form ist stattlich: Mehr als anderthalb Kilo wiegen die 790 Seiten des von Peter Martin und Christine Alonso herausgegebenen Buches „Zwischen Charleston und Stechschritt – Schwarze im Nationalsozialismus“. Erfreulicherweise hält das Buch mehr, als es verspricht: Es beschränkt sich nicht auf die zwölf Jahre der NS-Diktatur, sondern beleuchtet auch die Zeit der Weimarer Republik und des Ersten Weltkriegs. Erst durch diese Erweiterung wird klar, wie sich der rassistische Diskurs in Deutschland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelt hat, ehe er seine mörderische Konsequenz in den Jahren 1933 bis 1945 entfaltete. Obwohl die meisten Beiträge aus der Feder von WissenschaftlerInnen stammen und ausführliche Anmerkungsapparate haben, ist „Zwischen Charleston und Stechschritt“ kein trockener akademischer Sammelband. Das liegt zum einen daran, dass die meisten Artikel überraschend gut lesbar sind, vor allem aber an einer klugen Zusammenstellung von Dokumenten (Erlasse, Verlautbarungen, Briefe, Zeitungsartikel) und sehr vielen Illustrationen (Fotos, Plakate, faksimilierte Flugblätter sowie Buch-/Illustriertenseiten), die die Aussagen der Texte konkret machen. Dieser Aufbau macht das Buch nicht nur zu einem Standardwerk zum Thema, sondern auch zu einer echten Fundgrube und einem über weite Strecken spannenden Lesebuch.

Der Erste Weltkrieg bedeutete einen grundlegenden Wandel in der deutschen Wahrnehmung schwarzer Menschen, die bis dahin vom paternalistischen Diskurs der kolonialen Propaganda geprägt war. Schwarze wurden überwiegend als unmündige Kinder gezeichnet, die durch deutsche Kolonialbeamte, Truppen und Missionare zivilisiert werden mussten. Doch nun kämpften Afrikaner plötzlich in Europa. Großbritannien und Frankreich setzten in großem Umfang – meist zwangsrekrutierte – Truppen aus ihren Kolonien ein. Auf französischer Seite kämpften etwa 485 000 Kolonialsoldaten, auf britischer Seite waren es 160 000. Ihr Einsatz wurde von der deutschen Kriegspropaganda massiv ausgeschlachtet. Von „schwarzer Flut“ und „schwarzer Schande“ war immer wieder die Rede. Es sei unwürdig, dass deutsche Soldaten gegen diese „Halbwilden“ kämpfen müssten. Die „intellektuelle“ Argumentation betonte, der Einsatz von Kolonialsoldaten sei extrem kurzsichtig und gefährlich, denn wenn schwarze Soldaten im Krieg in Europa eingesetzt würden, verlören sie den Respekt vor den Weißen. Damit aber sei das System des Kolonialismus und letztlich die Existenz der „weißen Rasse“ gefährdet. So argumentierte etwa der liberale Politiker Friedrich Naumann, Namensgeber der heutigen FDP-nahen politischen Stiftung: „Will man unzivilisierte oder halbzivisierte Völkerschaften im Bevormundungssystem erhalten, so darf man sie nicht zu Schiedsrichtern zwischen kämpfenden Weißen machen.“ (S. 133)

Nach dem Krieg stellte die völkische Propaganda den Einsatz von Kolonialsoldaten in den Mittelpunkt ihrer Agitation gegen die Besatzung des Rheinlands und des Ruhrgebiets durch französische Truppen. Man sprach von der „Schwarzen Schmach“. In einem Fugblatt hieß es dazu: „'Schwarze Schmach' ist die Besetzung europäischer Gebiete mit farbigen Soldaten, d. h. die unerhörte Demütigung und Vergewaltigung einer hoch kultivierten weißen Rasse durch eine noch halb barbarische farbige.(...) 'Schwarze Schmach' ist die Bedrohung europäischer Menschen mit den furchtbarsten Tropenkrankheiten aller Art: – die Vergewaltigung und Entsittlichung weißer Frauen und Mädchen und ihre Verseuchung durch tropische Syphilis und andere Geschlechtskrankheiten: – die Gefahr der Schändung weißer Kinder beiderlei Geschlechts durch Einquartierung farbiger Soldaten in Bürgerhäusern; – die erzwungene Einrichtung öffentlicher Häuser und Belieferung derselben mit weißen Mädchen für farbige Soldaten; – und nicht zuletzt die Gefahr der Mulattisierung europäischer, bislang reinweißer Gebiete.“ (S. 124)

Vor allem die von den schwarzen Besatzungssoldaten ausgehende sexuelle Bedrohung wurde permanent wiederholt. Iris Wigger schreibt in ihrem Aufsatz „Wenn Wilde wie Herren im Herzen Europas hausen“ dazu: „Den deutschen Frauen wurde in diesem Bedrohungsszenario eine zentrale Bedeutung beigemessen, da ihre ‚Schändung' durch ‚farbige Soldaten' mit furchtbaren Konsequenzen für das deutsche Volk und die ‚weiße Zivilisation' verbunden sein sollte.“ (S. 138) Wigger betont, dass die Propaganda gegen die „schwarze Schmach“ keineswegs nur eine Domäne der Rechten war. Auch christliche, liberale und linke Gruppen hätten da mit eingestimmt. So nahm etwa die SPD auf ihrer Reichskonferenz am 6. Mai 1920 folgenden Antrag an: „Die Reichskonferenz der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands drückt ihren tiefen Schmerz und Empörung aus über die Verwendung farbiger Truppen in den besetzten Gebieten. Wir protestieren gegen diese dem deutschen Volk angetane Schmach, der tausende wehrlose Frauen und Mädchen zum Opfer fallen. Wir warnen die siegreichen Völker vor der Anwendung einer Waffe, die sich im letzten Ende verderbenbringend gegen die gesamte deutsche Rasse wenden wird. Wir rufen auf alle Männer und Frauen der zivilisierten Erde, insbesondere unsere Genossen und Genossinnen jenseits der deutschen Grenzen: Wenn es Euch ernst ist mit Eurer Sehnsucht, dass der Völkerfriede den Völkerhass besiege, dann tretet ein mit aller Kraft für die Zurückziehung der farbigen Truppen in den besetzten Gebieten, die ein Schlag sind gegen die Versöhnung und Verständigung der gequälten Menschheit.“ (S. 144) 

Frauen, die Beziehungen zu schwarzen Kolonialsoldaten eingingen, wurden als Verräterinnen deutscher Rassenehre diffamiert. Das schutzloseste Glied in der Kette der Opfer dieses Rassismus waren die Kinder aus diesen Verbindungen. Bereits in der Weimarer Republik tagtäglich unzähligen alltäglichen Anfeindungen ausgesetzt und von der völkischen Propaganda als „Rheinlandbastarde“ (eine Bezeichnung, die in der Umgangssprache bzw. im vermeintlich gemütlichen Dialekt bis in die Gegenwart benutzt worden ist!) herabgewürdigt, wurden sie nach nach der Machtübernahme der Nazis auch staatlicherseits diskriminiert und die meisten zwangsweise sterilisiert. Neben der Dämonisierung schwarzer Menschen vor allem durch völkisch-nationalistische Kreise gab es in den zwanziger Jahren in Deutschland auch die umgekehrte Tendenz, nämlich die Faszination für die Kultur der „Neger“, vor allem ihre Musik, namentlich den Jazz, und die afrikanische Kunst. Seit dem Erscheinen von Carl Einsteins epochalem Werk „Negerplastik“ im Jahr 1915, in der erstmals ein europäischer Kunstkritiker afrikanische Plastiken und Masken als Kunstwerke begriff und beschrieb (bis dahin waren sie als Arbeiten von „Primitiven“ höchstens von enthnologischem Interesse) begeisterte sich die europäische Avantgarde für afrikanische Kunst. Die Entwicklung etwa Picassos und vieler anderer bildenden KünstlerInnen der Moderne ist ohne den Einfluss der afrikanischen Plastik nicht vorstellbar.

Bezog sich die Faszination für das Afrikanische in der Malerei und Bildhauerei vor allem auf die KünstlerInnen selbst und die engere Kunstszene, wurde sie in der Musik ab Mitte der zwanziger Jahre zu einem Massenphänomen. Schwarze Big Bands feierten in Berlin Triumphe, der Swing und die „Negertänze“ waren im Unterhaltungsbetrieb deutscher Großstädte der letzte Schrei. Die in Paris lebende schwarze US-Sängerin Josephine Baker wurde zu dem Sexsymbol der zwanziger Jahre. Die Rechte reagierte empört auf die Begeisterung für schwarze MusikerInnen. Mitunter wurden ihre Autoren dabei unfreiwillig komisch, wie Ernst von Wolzogen 1929 in der „Zeitschrift für Musik“: „Sollte am Ende, von höherer Warte aus betrachtet, der Welterfolg der Yazzmusik (sic!) eine gerechte Rache des misshandelten Negertums am Übermut der Weißen bedeuten? Rache durch Rhythmus! Jedenfalls ein Novum in der Weltgeschichte, Franzosen und Engländer haben im Weltkrieg Farbige gegen Weiße losgelassen. Bei dieser Gelegenheit haben sie den Glauben an die Göttergleichheit der Weißen verloren. Und nun erleben die Schwarzen auch noch den Sieg ihrer Musik! Die ganze Welt dreht sich nach ihrem Takt – müssen sie da nicht übermütig werden?“ (S. 264) Zwischen 1918 und 1933 lebten in Deutschland nur vergleichsweise wenige Schwarze. Ihre Gesamtzahl lag bei einigen Tausend. Ihre Lebensbedingungen waren in den ohnehin schon wirtschaftlich schwierigen Umständen der Weimarer Republik überwiegend prekär. Die meisten Schwarzen arbeiteten als KellnerInnen, MusikerInnen oder als KleindarstellerInnen in Theatern oder beim Film. Nach 1933 verschlechterten sich ihre Arbeitsmöglichkeiten dramatisch. Aus Gastronomie und Theatern wurden sie aus „rassenpolitischen“ Gründen herausgedrängt, nur die Filmindustrie beschäftigte weiter schwarze Komparsen. Nach der Besetzung Frankreichs schwand auch diese Arbeitsmöglichkeit, da die Filmstudios nun schwarze französische Kriegsgefangene, sprich Zwangsarbeiter, als Statisten einsetzten.

Ein sehr spannender Beitrag („Schwarze Sowjets an Elbe und Spree“ von Peter Martin) beschäftigt sich mit der Agitationsarbeit der kommunistischen Linken unter den Schwarzen, speziell unter den schwarzen Seeleuten. Zu den Zielen der 1919 gegründeten Kommunistischen Internationale (KI) gehörte auch die Förderung der Befeiungskämpfe in den Kolonien in Afrika, Asien, der Karibik und dem Pazifik. Deshalb suchten die Kommunisten die Zusammenarbeit mit den nationalistischen antikolonialen Bewegungen, die sich in den zwanziger Jahren auch unter den in Westeuropa studierenden und lebenden AfrikanerInnen formierten. Ziel war, Einfluss auf diese Gruppen zu nehmen und sie zu einer Zusammenarbeit mit der kommunistischen Bewegung zu gewinnen. Seit 1926 rekrutierte die KPD gezielt in Deutschland lebende AfrikanerInnen. Die von ihr kontrollierte „Liga gegen den Imperialismus“ und die „Liga zur Verteidigung der Negerrasse“ organisierten in den deutschen Großstädten Veranstaltungen, in denen regelmäßig auch schwarze RednerInnen auftraten.  Ab 1928 wurden die antikolonialen Aktivitäten der KI vom „Internationalen Gewerkschaftskomitee der Negerarbeiter“ in Hamburg koordiniert. Geleitet wurde dieses Büro von George Padmore, einem von der Karibikinsel Trinidad stammenden Kommunisten. Das Komitee, auch kurz „Hafenbüro“ genannt, war weniger auf Deutschland als auf die internationale Arbeit ausgerichtet. Über schwarze Seeleute wurde von Hamburg aus kommunistisches Agitationsmaterial weltweit verbreitet. Dafür wurde u.a. die klandestin erscheinende englischsprachige Zeitschrift „The Negro Worker“ publiziert. Das Hafenbüro arbeitete bis zum April 1933. Dann wurde es von den Nazis aufgelöst und sein Leiter George Padmore verhaftet. Mehrere schwarze Kommunisten, wie der Düsseldorfer Hilarius Gilges, der Malinese Tiémoko Garan Kouyate oder der Surinamer Anton de Kom, wurden später von den Nazis ermordet.

Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten bedeutete für die in Deutschland lebenden Schwarzen eine dramatische Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen. Vom Herausdrängen aus den meisten Arbeitsmöglichkeiten und der Sterilisierung der Kinder schwarzer Soldaten im Rheinland und Ruhrgebiet war schon die Rede. Die Nürnberger Gesetze verboten Schwarzen ab 1935 Eheschließungen mit deutschen PartnerInnen. Bei schon bestehenden Ehen wurden die deutschen PartnerInnen massiv unter Druck gesetzt, sich scheiden zu lassen. Zwar gab es keine systematische Verfolgung wie bei Juden und Jüdinnen, aber die Behörden fanden immer häufiger Vorwände, um Schwarze zu inhaftieren. Die einzigen, die sich im NS-Staat für AfrikanerInnen einsetzen und ihnen zeitweilig einen gewissen Schutz garantierten, waren ironischerweise die Kolonialrevisionis-ten. Bereits in der Weimarer Republik hatte es eine starke „Kolonialbewegung“ gegeben, die den „Kolonialgedanken“ in der Bevölkerung wachhalten wollte. Nach 1933 wurde die Rückgewinnung der Kolonien zum offiziellen Regierungsziel. Die Kolonialideologen sahen in den in Deutschland lebenden Schwarzen potentielle Hilfskräfte künftiger Kolonialverwaltungen in Afrika. Deswegen sollten sie möglichst nicht verfolgt oder schikaniert werden. Derartige Rücksichten brauchte man natürlich auf schwarze Franzosen nicht zu nehmen. Während des Frankreichfeldzugs gab es zahlreiche Kriegsverbrechen an schwarzen Soldaten, an denen sowohl Einheiten der SS als auch der Wehrmacht beteiligt waren. Der Verlauf des Zweiten Weltkrieges machte die Rückgewinnung der deutschen Kolonien immer unwahrscheinlicher. Deshalb wurde in den letzten Kriegsjahren die Situation für schwarze Deutsche immer gefährlicher.

Eine der schwarzen Deutschen, über deren Schicksal im Buch „Zwischen Charleston und Stechschritt berichtet wird, ist Fasia Jansen. Sieben Jahre nach ihrem Tod im Dezember 1997 hat der Oberhausener ASSO-Verlag zu Fasias 75. Geburtstag einen großformatigen Text- und Bildband veröffentlicht. Fasia Jansen wurde am 20. Juni 1929 in Hamburg geboren. Ihr Vater war der liberianische Generalkonsul Mo-mulu Massoquoi, ihre Mutter war Elli Jansen, die als Kindermädchen im Haus des Konsuls arbeitete. Momulu Massoquoi war mit einer anderen Frau verheiratet und zu diesem Zeitpunkt bereits Großvater, er hatte einen Enkelsohn, Hans-Jürgen Massoquoi, dessen Autobiographie „Neger, Neger Schornsteinfeger“ vor einigen Jahren ein vergleichsweise breites Publikum fand. Bereits im Jahr von Fasias Geburt kehrte Momulou Massoquoi nach Liberia zurück. So war die gerade 18jährige Elli Jansen mit ihrem Baby auf sich allein gestellt. Als uneheliche Mutter, noch dazu mit einem schwarzen Baby, verbot ihr der Stiefvater die elterliche Wohnung. 1935 heiratete sie Albert Bracklow, einen arbeitslosen Schlosser und Kommunisten. Anders als die meisten Deutschen jener Zeit hatte der keine rassistischen Ressentiments. Er erklärte Fasia, alle Menschen seien gleich, die Hautfarbe sei nebensächlich. Er stärkte ihr Selbstbewußtsein, wenn sie etwa auf der Straße wegen ihrer Hautfarbe gehänselt wurde, sagte er, dass alle, die sie verspotteten, „geistig Minderbemittelte“ wären. Vor allem der Stiefvater und ihre Großmutter halfen Fasia die Anfeindungen und Diskriminierung, etwa durch den Nazi-Lehrer, zu ertragen. 

Bei den meisten Nachbarn im Mietshaus in einem ehemals roten Stadtteil war die Kleine wegen ihrer Freundlichkeit und Fröhlichkeit akzeptiert und beliebt. Im Frühjahr 1944 beendete Fasia die Volksschule. Damals mussten alle Mädchen ein Pflichtjahr ableisten, meist bedeutete dies Arbeit in einem privaten Haushalt. Doch bei Fasia entschieden die Behörden, dass es einer deutschen Familie nicht zuzumuten sei, eine schwarze Haushaltshilfe zu haben. Sie kam schließlich in die Küche, die das KZ Neuengamme belieferte. Außer ihr arbeiteten dort nur Kriegsgefangene. Die Arbeit in der KZ-Küche, besonders die Erlebnisse, wenn sie täglich die Suppentöpfe ins Lager brachte und dort die Misshandlungen der völlig ausgemergelten jüdischen Frauen sah, waren für die sie unerträglich. Ihr ging es gesundheitlich immer schlechter. Im Januar 1945 brach sie bei der Arbeit zusammen und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Sie schwebte mehrere Wochen in Lebensgefahr, ehe sie sich langsam erholte. Von diesem Zusammenbruch behielt sie zeitlebens eine latente Herzinnenhautentzündung. Immer wieder wurde sie in den folgenden Jahrzehnten in kritischem Zustand in Krankenhäuser eingeliefert. Die bundesdeutschen Behörden verweigerten ihr dennoch in den fünfziger Jahren die Anerkennung als Verfolgte des NS-Regimes und damit den Anspruch auf finanzielle Unterstützung.

Nach dem Krieg schlug sie sich in Hamburg mit Gelegenheitsjobs durch und zog später zu einer Freundin nach Oberhausen. Auch hier fand sie als Schwarze keine feste Arbeit und hielt sich mit Jobs über Wasser. Aber hauptsächlich war sie politisch aktiv: Sie agierte gegen die Wiederbewaffnung und den Aufbau der Bundeswehr, spielte Gitarre und Akkordeon, sang in Politchören. Ab Anfang der sechziger Jahre trat sie als Sängerin auf. Es war die Zeit der ersten Ostermärsche und Fasia wurde eine der Stimmen der neuen Bewegung. Als 1964 auf der Burg Waldeck im Hunsrück das erste internationale Lied- und Chansonfestival stattfand, war sie auch dabei. Auf den Waldeck-Festivals, die bis 1969 durchgeführt wurden, begannen fast alle, die später als Liedermacher bekannt wurden: Franz-Josef Degenhardt, Hannes Wader, Walter Mossmann, Reinhard Mey, Hans-Dieter Hüsch und eben Fasia Jansen. Obwohl sie jetzt Einladungen aus dem In- und Ausland erhielt, startete sie nie eine kommerzielle Karriere. Sie wollte politische Musik machen und vor allem dort auftreten, wo sie gebraucht wurde, bei Demonstrationen, an den Werkstoren von bestreikten Betrieben, auf politischen Festivals. Sie konnte in den siebziger Jahren zwar große Säle füllen, davon leben konnte sie aber nie. Fasia Jansen konnte die Leute mit ihren Liedern begeistern und mitreißen. Sie versprühte Optimismus und Lebenskraft. Doch das war nur eine Seite. 

Die Erfahrung des Nazizeit, vor allem die Zeit in der Küche des KZ Neuengamme, haben tiefe Spuren bei ihr hinterlassen. Sie konnte lange Zeit nicht über diese Erlebnisse sprechen. Wie nachhaltig sie diese Erlebnisse geprägt haben, schildert ihre langjährige Lebensgefährtin Ellen Dieterich in einem Beitrag, der als Brief an die verstorbene Freundin verfasst ist: „Weißt du noch, wie oft ich in den ersten Jahren, als wir gemeinsam unterwegs waren, nach Veranstaltungen, bei denen du gesungen hast, ich geredet habe, mit dem Auto an den Straßenrand gefahren bin, geheult habe, weil du unvermittelt Aggressionen über mir ausgeschüttet hast? Lange Zeit waren diese Aggressionen völlig unerklärlich. Wir haben Jahre gebraucht, um herauszufinden, warum sie gerade nach solchen Veranstaltungen auftraten. Du hattest den Menschen wie immer Freude geschenkt. (…)‚Ich muß die Menschen für mich einnehmen, bevor sie mir etwas antun können. Das geht am besten, wenn ich freundlich bin, wenn ich ihnen helfe, Freude zu empfinden. Wenn sie lachen, bin ich sicher.' Die Erfahrung deiner Verfolgung von früher Kindheit an, die Diskriminierung als afrodeutsches Kind im faschistischen Deutschland war tief eingeprägt. Die Haltung, den Menschen Freude zu bereiten, um sie auf deine Seite zu bringen, um nicht geschlagen, verspottet oder diskriminiert zu werden, war zur unbewußten Grundhaltung geworden. Das aber ist ungeheuer anstrengend, weil es ja mit der tiefen Angst vor Verfolgung unlösbar verbunden ist. Auch die Form der Offenheit, die die Menschen an dir so geliebt haben, gehört da hinein. Im Grund warst du, was deine eigenen Gefühle anging, nicht offen, hast nur bei wenigen Menschen wirkliche Nähe zugelassen.“ (S. 201)

Fasia – geliebte Rebellin ist ein wunderbares Buch. Es zeichnet in vielen Facetten das Portrait einer außergewöhnlichen Frau. Es ist aber auch ein Lesebuch über fünfzig Jahre Geschichte der westdeutschen Linken. Das ergibt sich aus der Biografie der Protagonistin, es gab seit Anfang der fünfziger Jahre kaum eine politische Bewegung, an der Fasia nicht in irgendeiner Weise beteiligt war. Die Struktur des Buches mit einem Basistext, den die Freitag-Redakteurin Marina Achenbach recherchiert und geschrieben hat, ergänzt durch viele Beiträge von FreundInnen und WeggefährtInnen und schließlich Texten von Fasia selbst macht das Buch ungeheuer lebendig. Dies zu erreichen war sicher eine große Herausforderung für die Autorin, denn eine Summe guter Texte macht noch lange kein interessantes Buch. Aber Marina Achenbach hat hier wirklich eine großartige Textcollage geschaffen. Dem Buch „Fasia – geliebte Rebellin“ liegt eine CD mit 22 Liedern der Künstlerin bei. Fasias Stimme ist nicht im klassischen Sinne schön. Aber sie hat etwas packendes, beim Hören der Aufnahmen versteht man, warum es ihr gelang, das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Sie „hatte den Blues“, wie Franz-Josef Degenhardt es formulierte. Manche Texte und der Duktus, mit dem sie vorgetragen sind, muten heute recht fremd an. Fasia war sich sicher, dass „wir“ irgendwann gewinnen, dass sich „unsere“ Ideen durchsetzen werden. Dieser Glaube ist den meisten von uns inzwischen abhanden gekommen – oder sagen wir mal, er hat in den letzten Jahren sehr gelitten. 

Peter Martin und Christine Alonzo (Hg.): Zwischen Charleston und Stechschritt – Schwarze im Nationalsozialismus, Dölling und Galitz Verlag, Hamburg/München 2004, 790 Seiten, 29,80 Euro

Marina Achenbach: Fasia – geliebte Rebellin, ASSO-Verlag, Oberhausen 2004, 304 Seiten, großformatiges Hardcover, CD mit 22 Fasia-Songs beiliegend, 29,80 Euro

Von Träumen und Alpträumen
Neue Bücher aus Kolumbien 
 von Klaus Jetz

Kolumbien hatte immer eine sehr reiche Literatur. Das Land hat große Erzähler hervorgebracht. Dass sich daran so schnell nichts ändern wird, dafür sorgen auch zwei junge Erzähltalente, die beide aus Medellín kommen, journalistisch tätig und in ihrem Metier überaus erfolgreich und vielversprechend sind. Beide gehören der neuen Generation kolumbianischer Autoren an, könnten sozusagen Enkel von García Márquez oder Alvaro Mutis sein. 

Jorge Franco (Jahrgang 1962) studierte in Kolumbien und an der London International Film School. International bekannt wurde er mit dem Roman „Die Scherenfrau“ (2002) und der Protagonistin „Rosario Tijeras“, einer Killerin („sicaria“) im Dienste des Medellín-Kartells, die mit allen Mitteln versucht, der Hölle der Slums zu entkommen. García Márquez schrieb über Jorge Franco, er gehöre zu denjenigen kolumbianischen Schriftstellern, „an die ich die Fackel mit Freude weiterreiche“. 

Der andere Autor, José Guillermo (Memo) Anjel (geb. 1954) entstammt einer sephardischen (Nachkommen der 1492 aus Spanien vertriebenen Juden – die Red.) Familie. Anjel ist Professor für Soziale Kommunikation und hat mehrere Romane, Erzählungen, Essays und Comics veröffentlicht. Zurzeit lebt er als Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD für ein Jahr in Berlin. 

Die neuesten Werke von Jorge Franco und Memo Anjel sind gerade in Deutsch erschienen, beide, wie es der Zufall will, in Zürcher Verlagen und in hervorragenden Übersetzungen von Susanna Mende bzw. Peter Schultze-Kraft und Erich Hackl. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Bei Paraíso Travel, so der Titel von Francos spannendem Roman, handelt es sich um eine illegale Reiseagentur, eine Schlepperbande, die für Tausende von Dollars Lateinamerikaner auf dem Landweg über Panama, Guatemala und Mexiko illegal in die USA schleust. Reina und Marlon haben, wie schon Rosario Tijeras, die Nase voll vom Leben in Medellín. Reina träumt den Traum vom American way of life, der den Träumer im Traum auch schon mal vom Tellerwäscher zum Millionär mutieren lässt. Deshalb knüpft sie Kontakt zu Paraíso Travel, treibt Geld auf und leitet alles in die Wege, um ihren Traum zu verwirklichen. Es gelingt ihr auch, den apathischen, ihr ganz und gar hörigen Marlon zu diesem abenteuerlichen Unternehmen zu überreden.

Die Gefahren der Reise, deren Stationen in Mittelamerika, Mexiko und den USA gehören mit zu den spannendsten Passagen des Romans. Das böse Erwachen aber, der eigentliche Alptraum setzt am Ende dieser Odyssee ein. Am Ziel ihrer Träume, besser am Ziel von Reinas Traum angelangt, in New York also, verirrt sich Marlon im Labyrinth der Großstadt, geht ganz einfach verloren und verfällt zunächst einmal in Amnesie. Er lebt auf der Straße. Erst nach und nach kehrt sein Erinnerungsvermögen zurück. Er begibt sich auf eine unermüdliche Suche nach seiner großen Liebe Reina. Dabei lernt er nicht nur die Schattenseiten des amerikanischen Traums, das Überleben vieler Latinos/as in New York, sondern auch die starke Solidarität innerhalb der comunidad latina kennen. Am Ende gelingt es Marlon sogar, Reina ausfindig zu machen: Sie lebt, Tausende von Kilometern von New York entfernt, in Florida, wo sie in aller Seelenruhe ihren amerikanischen Traum träumt. Marlon wird ohne sie nach Kolumbien zurückgehen. 

Schauplatz des Romans „Das meschuggene Jahr“ von Memo Anjel ist zwar auch Medellín, doch könnte die Handlung auch überall sonstwo auf der Welt angesiedelt sein. Es geht dem Autor nicht um eine realistische Wiedergabe der sozialen Verhältnisse in der kolumbianischen Großstadt. Oder besser gesagt: Memo Anjel bemüht sich überhaupt nicht, unser Klischee, das wir von der kolumbianischen Großstadt aus den Medien übernommen haben, zu bestätigen. Vielmehr beschreibt Anjel liebe- und humorvoll das Auf und Ab, das tägliche Chaos im Leben einer jüdischen Großfamilie, die nur einen Traum träumt, nämlich endlich eine Reise ins Gelobte Land, in die Stadt aus Gold, nicht etwa nach New York, sondern nach Jerusalem machen zu können. 

Mit der Religion hat diese Familie nicht viel zu schaffen. Doch zum Jahresbeginn, also am Romananfang, heißt es „nächstes Jahr in Jerusalem“. Das Heilige Land steht auch im Mittelpunkt des Denkens und der Sehnsucht dieser sephardischen Familie, und im Glauben an die bevorstehende Erlösung verspürt auch sie den Wunsch, im Heiligen Land den Messias zu erwarten. Der Vater ist ein skurriler Erfinder, dem der Durchbruch zum Erfolg, die Patentierung einer genialen Erfindung, bislang versagt geblieben ist, weshalb die große Reise immer wieder verschoben werden muss. Erzähler ist der halbwüchsige Sohn der Familie, durch dessen erstaunten Blick der Leser Glück und Unglück, Hoffnungen und Enttäuschungen, all die großen und kleinen Katastrophen, Siege und Niederlagen im Alltag seiner etwas verrückten Familie kennen lernt. Für die Skandale sorgt Onkel Chaim, der plötzlich in Kolumbien auftaucht und für allerlei Wirbel in der Familie sorgt, deren ruhender Pol wiederum die Mutter ist. Sie ist es, die die Zügel in der Hand behält, und ihr ist auch es zu verdanken, dass gegen Jahresabschluss, also am Romanende, die Großfamilie doch noch zur langersehnten Reise nach Jerusalem aufbricht. Und natürlich stellt sich in der Stadt aus Gold alles genauso dar, wie man es sich vorgestellt, wie man es unzählige Male am Esstisch besprochen, ausgesponnen und erträumt hatte. 

Jorge Franco, Paraíso Travel, Dt. von Susanna Mende, Unionsverlag, Zürich 2005, 288 S., 19,90 Euro. 

José Guillermo Anjel, Das meschuggene Jahr, Deutsch von Erich Hackl und Peter Schultze-Kraft, Rotpunktverlag, Zürich 2005, 200 S., 19,50 Euro.