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Tagung

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Fachgespräch
Gesicherte Versorgung im Alter

Institutioneller Rahmen Internationale Erfahrungen Politische Perspektiven
Diese Veranstaltung wird gefördert von der Kommission der Europäischen Gemeinschaft im Rahmen des Programms
„Making Financial Markets Work For Development". Für die Inhalte trägt ausschließlich der Veranstalter die Verantwortung.

27./28. Juli 2002  in Marburg

 Informationsstelle Lateinamerika e.V.

 

Eine aktuelle und internationale Debatte

Die am 1.1.2002 in Deutschland in Kraft getretene Rentenreform stellt den Einstieg in die privat finanzierte, kapitalgedeckte Altersvorsorge dar und es wurde damit lediglich eine Entwicklung nachvollzogen, die international seit langem zu beobachten ist - weitere Schritte werden folgen. Seit den 90er Jahren wird fast durchgängig eine verstärkte Abkehr von steuerfinanzierten oder an der Lohnsumme ausgerichteten ertrags-finanzierten Modellen (Pay-as-you-go) der Finanzierung der sozialen Sicherung propagiert. Die Rente im Umlageverfahren ist hier der Zankkapfel schlechthin, wobei die 'Reformen' zum einen im Kontext der neoliberalen Kritik am Wohlfahrtsstaat und seines Abbaus zu bewerten sind. Zum anderen wird dem Finanzmarkt eine zentrale Rolle zugewiesen, die er erst durch die Deregulierung und Liberalisierung der Vergangenheit und die wachsenden liquiden Mitteln bei institutionellen Anlegern (Fonds, Banken, Versicherungen) einnehmen konnte.

Der favorisierte Umbau des Wohlfahrtsstaates ist dabei auf das gesamte Sozialsystem - Rente, Gesundheit, Arbeit - ausgerichtet mit dem Ziel, einer abgesenkten umlage- bzw. steuerfinanzierten Grundsicherung eine steigende privat zu finanzierende Komponente an die Seite zu stellen. International werden die hiermit verbundenen Entwicklungen breit und kontrovers diskutiert.

Das Fachgespräch

Bei uns steht eine kritische Diskussion noch an, die finanzmarktzentrierte Pensionsmodelle und den damit verbundenen Umbau von Produktion, Verteilung, sozialer Sicherung und Finanzierungssystemen thematisiert sowie die Entwicklungen auf den Finanzmärkten in diesen Diskurs einbindet.Vor diesem Hintergrund soll sich folgenden Fragekomplexen genähert werden:

Warum gibt es überhaupt eine kollektive Alterssicherung?
Was ist der Wohlfahrtsstaat und warum wird er kritisiert?
Wie sehen die Alterssicherungssysteme in anderen Ländern aus und was können wir daraus lernen?
Welche nationalen und internationalen Entwicklungen lassen sich beobachten?
Welche Rolle spielen die Finanzmärkte beim Umbau der Alterssicherung?

Die ReferentInnen

Christian Christen ist Sozialökonom und Volkswirt und arbeitet zur Zeit als Referent einer Bundestagsabgeordneten in Berlin.Ligia Giovanella (Rio de Janeiro, Brasilien) ist Ärztin und als Wissenschaft-lerin renommiert bei Vergleich und Analyse sozialer Sicherungssysteme in Lateinamerika und Europa.Tobias Michel ist Betriebsrat im Krupp- Krankenhaus in Essen und beschäftigt sich wissen-schaftlich mit den Themen Gesundheit und Rente.

 

Programm

Samstag 27.7.

9:30h Begrüßung und Vorstellung

10:00h Eingangsreferat von Christian Christen: „Kapitalmarktbasierte Alterssicherung und internationale Finanzmärkte"

11:00h Diskussion anschließend Mittagspause

14:00h Vortrag von Ligia Giovanella: "Der Ausverkauf der sozialen Sicherungssysteme – Privatisierungen in Lateinamerika"

15:00h Diskussion und Kaffeepause

16:00h Arbeit in Kleingruppen

Altersicherung und Finanzmärkte (Christen)

Privatisierung in Lateinamerika (Giovanella)

Perspektiven eines neuen Generationen- vertrages? (Michel)

Ende gegen18:30h

Sonntag 28.7.

9:30h Arbeit in Kleingruppen

12:30h Mittagspause

14:00h Vortrag von Tobias Michel: "Reglements sozialer Sicherungssysteme"

15:00h Diskussion und Kaffeepause

16:00h Festhalten von Arbeitsergebnissen

Ende gegen 17:00

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