Für das Leben lernen ?
Schule in Lateinamerika
Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen
wir" steht hierzulande immer noch auf Lateinisch über altehrwürdigen Schulportalen.
Gedacht hatten ihn die Erbauer deutscher Bildungsanstalten wohl als stete Ermahnung an die
Schüler und wenigen Schülerinnen, zur Beherzigung sollte er aber vor allem dem
Lehrpersonal anempfohlen werden. Was brauchen junge Menschen als Gepäck fürs Leben
in Buenos Aires, in einem indigenen Dorf in Peru, in einer Rücksiedlung in El
Salvador? Und wie sollten die Inhalte vermittelt werden? BesucherInnen aus der
Bundesrepublik, die Erfahrungen mit dem Schulwesen in Lateinamerika machen, sind häufig
erstaunt oder gar unangenehm berührt: Uniformen, fast militärischer Drill, ein
autoritärer Umgangston sind in vielen Schulen normal. Im Unterricht wird oft nur das
abgeschrieben und auswendig gelernt, was der Lehrer/die Lehrerin an die Tafel schreibt.
Schulen mit partizipativen Lernmodellen werden dagegen kritisch beäugt und gelten als
schlechte" Schulen, auch wenn deren SchulabgängerInnen in weiterführenden
Schulen oder an der Universität außergewöhnlich gut abschneiden.
Schließlich: Wie steht es um die
LehrerInnen? In Peru wurden 1991 pro SchülerIn nur noch 16 Prozent der Geldmittel von
1963-69 bzw. 27 Prozent von 1980-87 ausgegeben. Diese Kürzungen beruhen vor allem auf
einem erheblichen Gehaltsrückgang für LehrerInnen. Mit anderen Worten, nur noch
diejenigen greifen zum Lehrberuf, die überhaupt keine anderen Chancen auf dem
Arbeitsmarkt mehr sehen. Und auch dann sind sie gezwungen, nebenbei mit weiteren Jobs den
eigenen Lebensunterhalt zu sichern. In Argentinien, wird kolportiert, wollte ein Mann
einen Kiosk kaufen. Als er aber hörte, dass die Vorbesitzerin den Kiosk aufgab, um
Lehrerin zu werden, nahm der Interessent Abschied von seinem Kaufansinnen. Wenn der Kiosk
noch weniger abwarf als ein Lehrergehalt, musste an dem Laden etwas faul sein.
Lehrergehälter sind in allen Ländern Lateinamerikas
durch die (Schul-)Bank extrem niedrig, die öffentlichen Schulen schlecht ausgestattet,
die privaten sind für immer weniger Familien zu bezahlen. Staatlicher Sozialabbau in
neoliberalen Zeiten verschlimmert die Lage zusehend. Was für Aussichten in Zeiten, in
denen Bildung als Generalschlüssel für sozialen Aufstieg gilt.
Sicher gibt es auch von positiven
Alternativen zu berichten. So stellen wir in drei Beiträgen dieser Ausgaben Schulprojekte
in El Salvador vor, die auf Initiative befreiungstheologisch geprägter ChristInnen in
Rücksiedlungen von Kriegsflüchtlingen bzw. in der Hauptstadt San Salvador entstanden
sind. Allen Widerständen und staatlichen Auflagen zum Trotz versuchen sie kontinuierlich
ihre Konzepte emanzipator- ischen
Lernens weiter zu entwickeln. In Buenos Aires arbeitet seit 66 Jahren die
Pestalozzischule, eine deutsche Schule, die 1934 von AntifaschistInnen gegründet wurde,
die die Gleichschaltung und den Rassismus an den deutschen Schulen unerträglich fanden.
Die Schule wurde zum Refugium für die Kinder der ab Mitte der dreißiger Jahre massenhaft
ankommenden jüdischen und politischen Flüchtlinge aus Nazideutschland. Die Schule bildet
bis heute ihre SchülerInnen nach den Prinzipien von Humanismus und Toleranz. Ansonsten
spielen emanzipatorische und soziale Kriterien für die 39 deutschen Schulen in
Lateinamerika eher eine untergeordnete Rolle. Aus Sicht des Auswärtigen Amtes, das diese
Schulen mit 400 Millionen DM jährlich unterstützt, geht es vor allem darum, die
Führungseliten in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Medien an Deutschland,
gemeint ist vor allem die deutsche Exportwirtschaft, zu binden. Und welche Rolle spielen
arme LateinamerikanerInnen schon für die deutsche Exportwirtschaft? Die seinerzeitig
sozialliberale Bundesregierung startete immerhin einige Projekte der sozialen Öffnung
deutscher Auslandsschulen, rot-grün zeigt da bis heute keinerlei Interesse.
Bleibt der Blick auf die Basis. In den letzten Jahren sind
Schulpartnerschaften entstanden, die sich nicht nur aufs Geldsammeln hier für die arme
Schule dort beschränken. In Kleve hat El Salvador, wo die Partnerschule eines Klever
Gymnasiums liegt, Eingang in den Unterricht gefunden. Die SchülerInnen lernen Spanisch
und befassen sich fächerübergreifend mit der Problematik einer Region. Umgekehrt bekamen
salvadorianische SchülerInnen bei ihrem Besuch hier ein differenziertes Bild vom Zustand
der deutschen Gesellschaft.
Da haben sie sicher etwas fürs Leben gelernt
Schule in Lateinamerika
Inhalt ila 235
Bestellen
4 Der Kampf um
bessere Schulen in Argentinien
von Inga Kreuzer
Interv. mit Jorge Fasce
(Erziehungsministerium) und
Celia Lavini (LehrerInnengewerkschaft CTERA)
Wird aus dem Recht auf Erziehung für alle ein
Konsumgut für diejenigen, die es bezahlen können? Unsere Korrespondentin Inga Kreuzer
sprach darüber mit Professor Jorge Fasce, pädagogischer Berater im Ministerium für
Kultur und Erziehung, und mit Celia Lavini, Vorstandsmitglied der LehrerInnengewerkschaft
CTERA.
8 Fujimori
ging in die Schule... von Renate Schüssler
Peruanische Grundschulen zwischen Reformrhetorik und Veränderung
Die Instrumentalisierung von Bildung
ist weder ein sonderlich neues noch ein geographisch begrenztes Phänomen. Während
hierzulande rassistische und den Bildungsbegriff verkürzende Parolen wie Kinder
statt Inder" im Wahlkampf eingesetzt werden, betreibt in Peru Noch- (und
VielleichtBaldWieder) Präsident Fujimori mit der Einweihung neuer
Schulgebäude massive Propaganda für seine Regierungspolitik. Wie es allerdings hinter
den Kulissen der bunten Einweihungszeremonien, von denen es in den letzten Jahren
auffällig viele gab, in den Klassen- zimmern der staatlichen Grundschulen Perus aussieht,
das bedarf eines differenzierteren Blicks.
11 Anderes Konzept von Kindheit von Magdalena Machaca Mendieta
Erziehung, Schule und die Vielfalt in Quispillaccta/Ayacucho
Kindheit" ist aus der Sicht
der andinen Kleinbauern und -bäuerinnen keine Vorstufe für das
Erwachsensein", auch wenn sie von vielem nichts mitbekommen".
Andererseits gibt es sehr weise, geschickte oder auch aufgeweckte Kleine, die auf Grund
ihres Charismas schon Aufgaben der Erwachsenen" und öffentliche Ämter
übernehmen. Kurzum: Es gibt keine andine Kind- heit", sondern eine Vielfalt
von Formen, in denen Kinder in den Anden aufwachsen. Die Groß- eltern begleiten das
Aufwachsen der Kinder mit liebevollen Worten, manchmal allerdings auch mit Schlägen. Eine
ähnliche Autorität haben die Paten, die Onkel, Tanten und älteren Geschwister.
Aber auch andere Erwachsene, vor allem die örtlichen Autoritäten.
14 Nationalistische Mathematik von Jörn Griesse und Julia Paffenholz
Der ecuadorianisch-peruanische Konflikt in Ecuadors Schulunterricht
Vor eineinhalb Jahren unterzeichneten der
peruanische Präsident Alberto Fujimori und sein damaliger ecuadorianischer Amtskollege
Jamil Mahuad einen Friedensvertrag und beendeten damit den ältesten noch schwelenden
Grenzkonflikt Lateinamerikas. Während sie mit ihrem Friedensschluss auf der
internationalen diplomatischen Bühne einhelliges Lob ernteten, reichten die Reaktionen
der eigenen Bevölkerung in beiden Ländern von Erleichterung über Empörung bis hin zu
dem Vorwurf von Landesverrat. Bis zu den ecuadorianischen Schulen jedenfalls ist der
Friedensvertrag mit all seinen Implikationen noch nicht durchgesickert; bislang dominiert
weiterhin ein nationales Geschichtsbild
16 Erziehung heißt leben zu lernen von Diana Castillo
Eine indianische Schule in der
kolumbianischen Amazonas-Region
Nach Chukiki kommt man nur per Luft und Wasser. Einmal in der Woche landet ein
Flugzeug in Araracuara, einer ehemaligen Strafkolonie in der kolumbianischen
Amazonas-Region. Zwischenzeitlich war es Militärbasis der USA zur Drogenbekämpfung und
dann kam das Institut für Amazonasforschung. Niemandsland" für die Menschen
aus der Hauptstadt. Sechs indigene Völker leben seit Urzeiten in dieser Regenwaldregion.
Ihr Wissen über die Nutzung der natürlichen Ressourcen ist Grundlage für die Bewahrung
der Artenvielfalt und der Kulturen. Untereinander kennen sie keine Armut. Die kommt mit
der Zerstörung der Kulturen. Die traditionelle Erziehung hat viel mit der Erhaltung des
Gleichgewichts zwischen Mensch und Natur zu tun, Voraussetzung für Gesundheit und diese
wiederum für die Produktion und die Fortsetzung der Zyklen des Lebens. Der Mensch kann
die Natur nicht beherrschen, er würde sich nur selbst schaden. Weil die Familien sehr
verstreut siedeln, waren katholische Internate für Indígena-Kinder lange Zeit die
einzige Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Weil die Kinder dadurch von der eigenen
Kultur entfremdet werden, haben die indigenen Gemeinschaften begonnen, eigene Schulen zu
gründen. Wie der Unterricht darin aussehen und was wie gelehrt werden soll, ist damit
natürlich noch nicht entschieden, sondern muss vor Ort entwickelt werden.In Chukiki
beginnt dieser Prozess erst, wie der folgende Reisebericht zeigt.
18 Es geht auch ohne Uniform und Drill von Estela Cruz Bustamante und Gerhard
Pöter
Eine Schule in einem Armenviertel von San Salvador
BesucherInnen aus der Bundesrepublik, die
Erfahrungen mit dem Schulwesen in Lateinamerika machen, sind häufig erstaunt oder gar
unangenehm berührt: Uniformen, fast militärischer Drill, ein autoritärer Umgangston
sind in vielen Schulen normal und im Unterricht wird oft nur das abgeschrieben und
auswendig gelernt, was der Lehrer/die Lehrerin an die Tafel schreibt. Versuche, das zu
ändern, stoßen auf große Schwierigkeiten: Selbst progressive LehrerInnen wehren sich
gegen andere Lehrmethoden und auch die Eltern misstrauen einer Schule, in der Uniformen
und Drill fehlen. Wie es trotzdem gelingen kann, Schule anders zu machen, zeigt der
folgende Beitrag.
21 Die Mühen der Ebene von
Christof Oesterle
Schulen in Chalatenango, El Salvador
Die Provinz Chalatenango war während des Krieges in
El Salvador eine Konfliktzone und gehörte zu den Hochburgen der Guerilla. Große Teile
der Zivilbevölkerung flohen vor der Armee ins benachbarte Honduras. Dort versuchten die
Menschen, mit ihrer prekären Situation gemeinsam umzugehen. Dazu gehörte der Aufbau
eines selbstorganisierten Unterrichtswesens in den Flüchtlingslagern. Die LehrerInnen
waren Gemeindemitglieder, die meist selbst nur Grundkenntnisse im Schreiben und Rechnen
besaßen. Sie arbeiteten nach dem von Paulo Freire entwickelten Prinzip der
Educación Popular", der Volkserziehung". LehrerIn sein bedeutet
danach, nicht InhaberIn von Wissen zu sein, das dosiert an die SchülerInnen weitergegeben
wird, sondern selbst SchülerIn zu sein und sich zusammen mit den anderen SchülerInnen
weiter zu entwickeln. Als die Flüchtlinge in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre nach
El Salvador zurückkehrten und dort neue Gemeinden aufbauten, organisierten sie ihre
Schulen natürlich nach den in den Lagern entwickelten Prinzipien. Das Ende des Krieges im
Jahr 1992 brachte dann ein Stück Normalisierung" im Schulwesen, das wieder in
staatliche Verantwortung überging. Die VolkslehrerInnen" (Maestros Populares)
standen vor der Aufgabe, sich in ein Unterrichtssystem zu integrieren, das ganz anderen
Prämissen folgt als die auf Solidarität und Gemeinsinn orientierte educación
popular". Der Autor des folgenden Artikels, Christof Oesterle, arbeitet seit 15
Jahren in der Educación Popular", zunächst als Lehrer im Flüchtlingslager
Mesa Grande in Honduras und ab 1987 in der Rücksiedlung San Antonio Los Ranchos in
Chalatenango.
23 Nur für die Eliten? von
Gerhard Dilger
Soziale Öffnung" kein Thema (mehr) für die deutschen
Schulen in Lateinamerika
Seit 1878 fördert der deutsche Staat Schulen im
Ausland. Was als Unterstützung für die Auswanderer begann, die ihre Kinder auf
Kolonieschulen" schickten, macht mit jährlich immer noch rund 400 Millionen DM
ein Drittel der Haushaltsmittel für die auswärtige Kulturpolitik aus. Die Unterstützung
aus Deutschland deckt nur einen Teil der Etats der deutschen Schulen im Ausland. Den Rest
müssen die Eltern der SchülerInnen durch Schulgebüren aufbringen. Da fallen an den
deutschen Schulen in Lateinamerika durchaus Beträge bis zu 1000 DM an, was bedeutet,
dass der Besuch dieser Schulen nur den Kindern aus wohlhabenden Familien möglich ist.
25 Eine deutsche Schule gegen den Faschismus von Hermann Schnorbach
Die Pestalozzischule in Buenos Aires
In Belgrano, einem stark deutsch geprägten nördlichen Stadtteil von Buenos
Aires, wurde im April 1934 die deutschsprachige Pestalozzischule gegründet. Der
US-Historiker Ronald C. Newton nannte diese Schulgründung den ersten
Sieg der antifaschistischen Opposition" über den Faschismus (1992, S.156).
LehrerInnen sprachen selbstbewusst von ihrer Schule als Hüterin des deutschen
Schulfortschritts" und einzige(r) Bildungsanstalt in der ganzen Welt, die die
Trägerin und Bewahrerin der vorbildlichen deutschen Schulreform ist". Was machte die
Pestalozzischule zu einer sowohl für die Geschichte des deutschen Auslandsschulwesens wie
auch für die Geschichte der Exilpädagogik außergewöhnlichen und einmaligen Schule?
27 Auf grauem Hintergrund ein heller Strahl... von Ernesto Kroch und Eva Weil
Die Kindertagesstätte Ana María Rübens" in Montevideo
Ende dieses Jahrhunderts werden in Uruguay
40% aller Kinder in Familien geboren, die unter der Armutsgrenze leben. Und wegen der
zunehmenden Arbeitslosigkeit und der sinkenden Einkommen verschlimmert sich das von Jahr
zu Jahr. Darum hat die Stadt Montevideo, mit anfänglicher Unterstützung der UNICEF, das
Programm Unsere Kinder" in die Wege geleitet, das diesen vom Leben
benachteiligten Kindern in ihren ersten Jahren eine integrale Erziehung und eine korrekte
Ernährung zuteil werden lässt. Gemäß der auf Dezentralisierung und Mitbeteiligung der
BürgerInnen ausgerichteten Politik der linken Stadtregierung untersteht die Verwaltung
und Förderung der bisher 19 Kindertagesstätten besonderen Kommissionen in den jeweiligen
Kommunalen Zentren.
28 Für die Kinder der Verfolgten zusammengestellt von Ernesto Kroch
Erinnerungen an Ana María Rübens (1900-1991)
Am 24. Mai ist der 100. Geburtstag von Ana María
Rübens. Aus diesem Anlass möchten wir gerade in einem Heft mit dem Schwerpunkt
Erziehung in der ila an die Antifaschistin, Theologin und praktische Pädagogin
erinnern. Mehr noch als eine Lebensbeschreibung eine solche erschien bereits in der
ila 156 (Juni 1992) mögen die Erinnerungen der Deutschen und Uruguayer
viele Kinder damals, denen sie Zuflucht bot ein Bild von ihrer Persönlichkeit
geben. Ernesto Kroch und Eva Weil, haben die Stimmen und Zeugnisse gesammelt, und Ernesto
hat sie für die ila zusammengestellt
und bearbeitet.
33 Vom Niederlempa an den Niederrhein zusammengestellt von Eduard Fritsch
Eine deutsch-salvadorianische Schulpartnerschaft
Außer dass sie immer wieder überschwemmt
werden, haben die Stadt Kleve am Niederrhein und das Dorf Nueva Esperanza, in El Salvador
am Unterlauf des Rio Lempa, Mittelamerikas größtem Fluss gelegen, kaum etwas gemein.
Seit 1997 gibt es aber eine offizielle Schulpartnerschaft zwischen dem
Konrad-Adenauer-Gymnasium und dem Schulzentrum von Nueva Esperanza. Wie es dazu kam und
welche Erfahrungen bisher gemacht wurden, erzählen im Folgenden ein Priester und eine
Schülerin aus Nueva Esperanza und ein Lehrer und eine Schülerin aus Kleve.
37 Von Schule zu Schule von Gert Eisenbürger und Henry Schmalfeld
Bonner Berufskolleg unterstützt Projekt in Brasilien (Interview)
Schulpartnerschaften oder kontinuierliche Projekte zu
Eine-Welt-Themen sind eine Domäne von Gymnasien und im weitaus geringeren Umfang von
Haupt- und Realschulen. Engagement von LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern braucht es
überall, aber an Berufs- und Berufsfachschulen scheint es weitaus schwieriger zu sein,
eine Solidaritätsaktion zu organisieren, als an anderen Schultypen. Die SchülerInnen
sind in der Regel nur ein, zwei oder maximal drei Jahre auf der Schule, wenn sie
gleichzeitig im Betrieb ausgebildet werden, haben sie überhaupt nur an zwei Tagen pro
Woche Unterricht. Trotzdem gibt es auch Berufsschulen, die Partnerschafts- und
Austauschprogramme organisieren, wie etwa das Robert-Wetzlar-Berufskolleg in Bonn. Die
Schule unterstützt seit 1994 ein Erziehungszentrum in einer Favela in der nahe Rio de
Janeiro gelegenen Stadt Petrópolis. Über die Erfahrungen mit dem Partnerschaftsprojekt
sprachen Gert Eisenbürger und Henry Schmahlfeldt mit der Schulleiterin Beate Severin, der
Lehrerin Christel Masanek und Eva Boldt, einer Schülerin, die im vergangenen Jahr an
einer Projektreise nach Petrópolis teilnahm.
39 Lateinamerika im Unterricht
Buchtipps, Unterrichtsmaterialhinweise und Adressen
Für LehrerInnen, die nach Unterrichtsmaterialien zu Lateinamerika suchen, gibt es
viele Angebote. So stellen eine ganze Reihe von Hilfswerken und
Nicht-Regierungsorganisationen didaktisch aufbereitete Medien und Materialien für den
Unterricht zur Verfügung. Für jene, die nach einer ersten Orientierung suchen, ist die
Fülle verwirrend. Darum sollen hier einige ausgewählt und exemplarisch vorgestellt
werden.
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