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Wie kommt StudentIn dort hin? Wer
finanziert sowas?
von Britt Diegner Stand November 1997
Gründe, nach Lateinamerika zu fahren, gibt es viele und
StudentInnen, die dies gerne tun würden, sicherlich auch. Doch es ist meist ein langer
Weg von diesem Wunsch bis hin zu seiner Umsetzung in die Praxis. Das liegt hauptsächlich
daran, daß sich die Hürde des wie als besonders hoch herausstellt. Nur wenige deutsche
Universitäten verfügen über Verbindungen und Kontakte zu lateinamerikanischen Unis, und
der Gang zum Auslandsamt erweist sich oft als vergeblich. Um aber einer Resignation
entgegenzuwirken, haben wir Bücher und Broschüren gewälzt und daraus die folgenden
Informationen zu Studienaufenthalten in Lateinamerika zusammengefaßt. Wenn die
Möglichkeiten auch begrenzt sind es gibt sie, und sie bieten sicherlich eine
sinnvolle Alternative sowohl zur hundertprozentigen Eigenorganisation wie auch zum
Resignieren.
1. Gruppenprogramme
1.1 Integriertes Auslandsstudium (IAS)
Das IAS soll deutschen StudentInnen in kleinen Gruppen ein ein- bis zweisemestriges
Auslandsstudium im Rahmen von fachbezogenen Vereinbarungen zwischen zwei Hochschulen
ermöglichen. Das Auslandsstudium muß von der Heimatuniversität voll anerkannt werden.
Vorzugsweise werden Programme im Bereich der Natur- und Ingenieurswissenschaften, der
Biowissenschaften sowie Rechts- und Wirtschaftswissenschaften gefördert. In erster Linie
an außereuropäischen Hochschulen mit gut ausgebautem Hochschulsystem. Die Initiative
muß von einem Hochschullehrer oder einer Hochschullehrerin einer deutschen Uni oder
Fachhochschule ausgehen.
Leistungen: Der Deutsche Akademische Austauschdient (DAAD) zahlt ein
Teilstipendium sowie eine Reisekostenpauschale und übernimmt ggf. anfallende
Studiengebühren.
Bewerbungstermin und -ort: 1. Juni des Vorjahres für IAS-Programme mit
Laufzeitbeginn im darauffolgenden Frühjahr (Südhalbkugel). 1. Oktober des Vorjahres für
IAS-Programme mit Laufzeitbeginn im darauffolgenden Herbst. Anträge von
HochschullehrerInnen sind dem DAAD, Ref. 316 vorzulegen. Nach Förderungszusage wird der
Bewerbungstermin für die Studierenden bekanntgegeben.
Nähere Auskünfte: Akademische Auslandsämter oder DAAD, Ref. 316,
Kennedyallee 50, 53175 Bonn www.daad.de siehe: Interview mit Arnold Spitta
1.2 Studienpraktika für Gruppen von Studierenden unter Leitung
von HochschullehrerInnen
Ziel des Programmes ist, einen durch eine ausländische Partnerhochschule organisierten
fachbezogenen Aufenthalt (Studienpraktikum) zu fördern. Zugleich soll es deutschen
Hochschulen die Möglichkeit eröffnen, ausländische Gruppen von Studierenden zu einem
fachbezogenen Praktikum einzuladen. Gegenseitigkeit ist angestrebt, aber nicht Bedingung.
Ein Antrag kann nur von einer Hochschullehrerin oder einem Hochschullehrer gestellt
werden.
Gefördert werden:
von den Gasthochschulen organisierte Praktika in Unternehmen oder öffentlichen
Einrichtungen,
Fachkurse, Blockseminare (KEINE Sprachkurse), Workshops,
wissenschaftliche Exkursionen,
ein das fachbezogene Programm ergänzendes Informationsprogramm, bei dem es u.a. um
die Begegnung mit den Studierenden der Gasthochschule geht.
Größe der Gruppen: Zwischen 5 und 20. Zusätzlich wird die Teilnahme
einer wissenschafltichen Lehrkraft gefördert.
Förderungsdauer: 7 bis 28 Tage
Leistungen: für Deutsche: Zuschuß zu den Flugkosten. Für
Südamerika: 1000 DM, für Mittelamerika: 800 DM,
für Ausländer (GUS, Mittelosteuropa, Südosteuropa, Dritte Welt): Tagessatz von
50 DM für den Aufenthalt am deutschen Hochschulort sowie Taschengeld von 50 DM pro Person
und Woche,
für Ausländer aus allen anderen Staaten: Tagessatz von 40 DM (inkl. An- und
Abreisetag).
Bewerbungstermine: ein halbes Jahr vor Beginn und zum ersten jedes
dritten Monats (1997/1998).
Weitere Informationen: DAAD, Ref. 213, Anschrift s.o.
2. Vermittlung berufsbezogener Fachpraktika:
Kurzstipendien für Praktika im Rahmen von
auslandsbezogenen Studiengängen.
Ziel des Programmes ist, deutschen Studierenden ein zwei- bis dreimonatiges Fachpraktikum
im Ausland zu ermöglichen. Das Auslandspraktikum muß als Pflichtpraktikum bzw. als vom
Fachbereich dringend empfohlenes Auslandspraktikum anerkannt werden.
Leistungen: Teilstipendium (für Lateinamerika zwischen 1200 DM und 700
DM) zur Deckung der Lebenshaltungskosten und eine Reisekostenpauschale.
Bewerbungstermine: bis zum 1. Sept. für einen Praktikumsbeginn zwischen
dem 1.1. und dem 30.6. des folgenden Jahres, bis zum 1. März für einen Praktikumsbeginn
zwischen dem 1.7. und 31.12.
Weitere Informationen: die jeweiligen Fachbereiche, Akademische
Auslandsämter oder DAAD, Ref. 425, Anschrift s.o.
3. Jahresstipendien
Die Jahresstipendien werden zum Studium an einer
anerkannten Hochschule im Ausland vergeben und können in besonders begründeten
Ausnahmefällen verlängert werden.
Bewerbungsvoraussetzungen: Die BewerberInnen müssen mindestens im 3.
Fachsemester sein (Ausnahmen möglich). In Studiengängen mit Zwischenprüfung/Vordiplom
müssen diese vor Stipendienantritt erfolgreich abgelegt worden sein.
Bewerbungstermine für Lateinamerika: bis zum 30.9.1997 und 31.3.1998
beim Akademischen Auslandsamt, Büro FachhochschulpräsidentIn/RektorIn.
Weitere Informationen: DAAD (Hg.): Studium, Forschung, Lehre im Ausland.
Förderungsmöglichkeiten für Deutsche. Akademisches Jahr 1998/1999. Bonn 1997.
Burgwald/Zwingmann, Berufs- und Bildungschancen im Ausland, Würzburg 1997, Lexika Verlag,
58,- DM
Weitere Links
Die erste Adresse :
www.daad.de.(Tipps, Adressen, Stipendien usw.)
Die meisten Informationen und Links zu Hochschulen in Lateinamerika findet Ihr/Sie beim
Latin American Network Information Center von der University of Texas at Austin
lanic (englisch
und spanisch). Siehe auch Links zu Lateinamerika, Spanien und Portugal
und www.latinworld.com.
Für die Adressen der jeweiligen Botschaften und Reiseinformationen siehe Reise- und
Länderinformationen des Auswärtigen Amtes. Auch Suchmaschinen wie Google, Altavista, Yahoo bieten Informationen zum Thema, z.B.
weltweite Hochschulliste bei Yahoo.
Siehe auch Links
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