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ila
- Informationsstelle Lateinamerika e.V.
im Oscar-Romero-Haus, Bonn
In den siebziger Jahren herrschten fast überall in Südamerika
Militärdiktaturen. In Chile, Argentinien, Brasilien, Bolivien, Paraguay oder
Uruguay waren Verfolgung, Folter und Ermordung politischer GegnerInnen an der
Tagesordnung. Mit den Militärdiktaturen wurde ein Wirtschaftsmodell
durchgesetzt, das einen großen Teil der Bevölkerung verarmte sie bis heute vom
wirtschaftlichen Fortschritt ausschließt. Bildung und medizinische Versorgung
wurden zum Privileg weniger, die es sich leisten können.
1973-75
beschäftigte sich das "Zweite Internationale Russell-Tribunal"
in Brüssel und Rom mit der Verletzung der Menschenrechte auf diesem
Subkontinent. Schnell wurde die Mitverantwortung deutscher Firmen und der
Bundesregierung, etwa durch Waffenlieferungen an die Diktaturen, für die Zustände
in Lateinamerika zum Thema. Aus der deutschen Unterstützergruppe des Tribunals
gründete sich im November 1975 die ila.
Wir begannen über die Aktivitäten derjenigen zu berichten, die in
Lateinamerika für eine Änderung der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse
kämpften und in den großen Medien wenig Beachtung fanden: GewerkschafterInnen,
Bauern-/Bäuerinnen-Organisationen, kirchliche Basisgemeinden und
Befreiungsbewegungen, Indígena-Vereinigungen, Menschenrechtsorganisationen,
linke Organisationen, Frauengruppen und Umweltinitiativen. Wichtigstes Medium
der ila wurde die gleichnamige Zeitschrift. Seit Dezember 1976 erscheint sie
zehnmal jährlich. Seit fünf Jahren gibt es zudem die Website, die täglich
aktualisiert wird.
Zu der Berichterstattung über
politische und soziale Prozesse in Lateinamerika, ist im Laufe der Zeit auch
eine kontinuierliche Information über kulturelle Themen gekommen, mit regelmäßigen
Beiträgen und Rezensionen zur Literatur, Musik, dem Kino und dem Theater
Lateinamerikas. Einen wichtigen Stellenwert nehmen auch Beiträge und Interviews
zur Lebenssituation und den künstlerischen Aktivitäten von hier lebenden
LateinamerikanerInnen ein.
Die ila ist ein unabhängiger,
gemeinnütziger Verein, der sich überwiegend aus Mitgliedsbeiträgen und
Spenden finanziert. Hier arbeiten JournalistInnen,
LehrerInnen, StudentInnen, WissenschaftlerInnen und ehemalige
EntwicklungshelferInnen, die alle jeweils verschiedene lateinamerikanische Länder
aus eigener Erfahrungen kennen.
Im
Herbst 2005 wird die ila als Verein dreißig Jahren alt, die
Zeitschrift wird im November
2006 diesen runden Geburtstag begehen. Die in der ila
aktiven Menschen werden gelegentlich gefragt, ob eine solche Arbeit noch aktuell
sei. Die Zeiten der großen Chile- oder Mittelamerika- Solidaritätsbewegungen
seien doch lange vorbei. Das mag sein, aber die Bedingungen, die zur Gründung
der ila führten, gelten weiter: Mehr denn je lebt die Mehrheit der Bevölkerung
Lateinamerikas unter unzumutbaren Bedingungen, weiterhin sind deutsche
Unternehmen und Politik dafür (mit-)verantwortlich, nach wie vor engagieren
sich Leute für eine Änderung dieser Verhältnisse, und weiterhin sind genau
diese Menschen Opfer staatlicher Repression. Also sind auch wir weiterhin
gefordert.
Vielleicht glaubten wir und
die Compañeros/as in Lateinamerika vor 30 Jahren besser zu wissen, wie andere,
menschenwürdigere Verhältnisse zu schaffen seien. Die Welt verändert sich und
es sind neue Antworten auf neue Fragen gefordert. Auch in Lateinamerika wird
intensiv nach neuen Konzepten und Politikformen gesucht, das zeigen nicht nur
die ZapatistInnen in Mexico der Welt unaufhörlich.
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unsere Arbeit unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen.
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